Durch aktiven Endurosport war ich immer für die richtige Kleidung sensibilisiert. Mein Neffe hat das erst nach einem Sturz so richtig verstanden, als er sich die zerbrochenen Protektoren ansah. Es ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber wenn ich heute Motorradfahrer mit luftiger Kleidung sehe, dann muss ich immer an diese eine Geschicht denken, die meinem Neffen und mir bei einer gemeinsamen Ausfahrt passiert ist.
Als er 18 wurde, kaufte er sich eine Enduro, da er von mir mit dem Enduro-Virus infiziert war. Ich hatte ihm meine alte Hose und Protektoren-Jacke zum Start geschenkt, damit er nicht auch gleich noch teure Klamotten kaufen muss. Damals waren die Protektoren für die Hosen noch separat - ähnlich den Schienbeinschonern der Fußballer. Die waren natürlich nicht ganz so bequem, wie die heute in die Kleidung eingenähten Protektoren. Aber mindestens genauso effizient.
Als wir nämlich an einem Wochenende mal wieder in den benachbarten Steinbruch fuhren und er auf einer hügeligen Piste ins Rutschen kam, stürzte er mit samt Motorrad aufs Knie. Das war alles halb so schlimm und er konnte auch weiterfahren. Aber zu Hause angekommen kam er abends zu mir und zeigte mir den einen Knieprotektor, auf den er gestürzt war. Der war komplett zersplittert. Und das Material war immerhin ca. 2-3 mm starker Kunststoff. Ich habe ihm dann nur gesagt, dass ohne den Schutz sein Knie wahrscheinlich so ausgesehen hätte wie der Protektor und er sein Motorrad gleich wieder hätte verkaufen können.
So war im das aber eine Lehre und so weit ich weiß ist er bis heute unfallfrei gefahren und auch nie ohne ordentliche Kleidung, Nierengurt und Helm.
Peter H.