Ich brach mir im Februar 2008 bei Snowboardfahren den Schienbeinkopf und riß mir den Außenmeniskus des linken Beins. Zürs am Arlberg - Es war ein Tag im Februar 2008, wie man ihn nur aus Bilderbüchern oder Ferienkatalogen kennt. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, traumhafter Schnee, keine überfüllten Lifte - einfach perfekt.
Meine Schwester und ich waren früh morgens von Esslingen losgfahren, um die kommenden 3 Tage auf den Skiern bzw. dem Snowboard zu verbringen. Zugegeben, ich fühlte mich mit Helm, riesiger Skibrille und Rückenprotektor eher wie ein Ninja-Turtle als ein cooler Snowboarder! Aber genau diese Dinge sollten später meine Lebensretter sein ...
2 Stunden später war es dann passiert. Mein Snowboard hatte sich auf einem schattigen Abschnitt und somit härterer Piste verkantet und ich stürzte. Es ging alles so schnell, daß ich selbst gar nicht mehr weiß, was eigentlich passierte. Ein Ehepaar fuhr hinter mir und sah das Unglück. Ich muß mich wohl über meine Längsachse überschlagen haben, so daß ich wieder auf den Füßen bzw. dem Snowboard gelandet bin. Ich erinnere mich, daß ich mit dem Kopf mit voller Wucht auf die Piste geknallt bin. Als nächstes fand ich mich im Schnee sitzend wieder. Ich saß da, als würde ich mir gerade mein Snowboard anziehen! Ich merkte sofort, daß etwas mit meinem Bein nicht in Ordnung war, denn aufstehen bzw. gehen war unmöglich. Schmerzen hatte ich bis dahin noch keine. Ich bin dann auf dem Hosenboden bergab gerutscht, wo meine Schwester mit meinem Snowoboard wartete. Wir holten die Bergwacht, und ich wurde mit dem Akia ins Tal transportiert.
Die ersten Röntgenaufnahmen ergaben einen gebrochenen Schienbeinkopf. Wir fuhren am nächsten Tag ins Krankenhaus nach Stuttgart. Weitere Untersuchungen ergaben eine Spalt-Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes
und einen Außenmeniskusriß. Die nächsten 4 Wochen verbrachte ich an Gehstützen und die nächsten 3 Monate in der Physiotherapie. Das Bein ist wieder heil, aber was ich mit Bestimmtheit sagen kann ist, daß der Unfall hätte weitaus schlimmer ausgehen können, hätte ich den Rückenprotektor und vor allem den Helm nicht getragen! Sowohl die Ärzte als auch die Physiotherapeuten haben mir immer wieder gesagt, daß ein Schienbeinkopf, der 2.5 cm eingedrückt wurde, eine enorme Wucht erfahren haben muß. Der Hebel, der sich durch den Überschlag ergeben hat, war natürlich auch demensprechend groß. Ich möchte mir nicht ausmalen, was mein Kopf abbekommen hätte, wäre ich ohne Helm gefahren.
Obwohl ich vor dem Unfall einige Jahre Snowboard gefahren war, so werde ich nach dem Unfall mit Sicherheit nicht mehr fahren. Wenn ich den Spaßfaktor des Snowboardfahrens gegen die Folgen des Unfalls abwäge, dann brauche ich nicht zweimal darüber nachzudenken. Ich werde meine Ausrüstung wohl verkaufen. Doch den Helm, den behalte ich! Als Andenken und erhobenen Zeigefinger!
Verena Braun