In Neubauten der 80er Jahre war sie ein verbreitetes Mittel, um auf wenig begangene Dachböden hochzusteigen. Ein damals namhafter Hersteller bot eine Holz-Konstruktion an, die aus zwei teilen bestand: beide Teile werden beim Aus- und Einfahren der Leiter übereinandergeschoben. Eine TÜV-Abnahme hat es wohl damals noch nicht gegeben.
Diese Konstruktion wurde mir nach über 20-jährigem Gebrauch zum Verhängnis: 3-facher Unterschenkelbruch, 4 Wochen Krankenhaus mit 2 Operationen, 3 Wochen Reha. Nach 1,5 Jahren noch nicht schmerzfrei. Gesamte Krankheits- und Reha-Kosten; ca. 25.000 Euro.
Im Dezember 2007 wollte ich einen Karton auf dem Dachboden meines Hauses verstauen. Wie immer schob ich die Leiter heraus und verriegelte beide Teile mit dem mechanischen Überwurf. Die Veriegelung wurde wie üblich durch einen kurzen Blick überprüft. Dabei wurde übersehen, dass auf einer Seite die Ringschraube nicht mehr vorhanden war - sie lag noch auf dem Dachboden und hatte sich bei der vorherigen Benutzung der Leiter herausgedreht.
Der Sturz aus 2,5 Metern von der zerbrochenen Leiter im Sekundenbereich hatte schlimme Folgen: Unerträgliche Schmerzen durch Bruch von Schienen-, Wadenbein und Fußgelenk bedeuten Lebensgefahr, wenn nicht schnelle Hilfe zur Verfügung steht. Meine Frau gelang es, Notarzt und Krankentransport in wenigen Minuten zu organisieren.
Operationen, Heilung und Reha innerhalb eines Jahres haben mich als sportlichen Senior zurückgeworfen. Jetzt muss entschieden werden, ob beide Metallschienen und 20 Schrauben wieder entfernt werden.
Die Leiter wurde sofort entfernt. Diese unfallgefährdete Konstruktion ist am Markt nicht mehr erhältlich.
Frank-Stephan Barth