Im vergangenen Sommer waren meine Frau Katharina und ich zum 65. Geburtstag ihrer Tante Frieda eingeladen. Es war ein herrlich warmer Tag – und alle freuten sich darauf, den Abend gemeinsam im Garten zu verbringen, um alte Familiengeschichten auszugraben und in geselliger Runde eine Kleinigkeit zu essen.
Wie immer hatte Tante Frieda alles perfekt vorbereitet: Sie hatte zwei Gartentische eingedeckt, den Grill aufgebaut und die Getränke kalt gestellt. Sie hatte sogar daran gedacht, für die Kinder einen separaten Tisch mit Buntstiften und Malbüchern herzurichten. Alles sah nach einer entspannten und gemütlichen Geburtstagsfeier aus. Doch es sollte ganz anders kommen.
Wir saßen also im Garten, aßen, unterhielten uns und machten es uns richtig gemütlich. Als es dann am Abend langsam dunkler wurde, beschlossen wir, einfach sitzen zu bleiben, um weiterhin die laue Sommernacht zu genießen und noch etwas zu trinken. In der Mitte unseres Tisches hatte Tante Frieda einen Teller mit Teelichtern aufgestellt, die wir ohne Bedenken auch sofort anzündeten. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Denn ohne Vorwarnung brach das Inferno los:
Irgendein Insekt, ich glaube es war ein Nachtfalter, kam den Kerzen zu nahe, fing noch in der Luft Feuer und stürzte in die sehr nah beieinander stehenden Teelichter auf dem Tisch. Sofort schoss eine gewaltige Stichflamme empor, die uns alle beinahe von unseren Stühlen kippte. Das Wachs der Kerzen lief aus und verteilte sich über die Tischdecke – die natürlich sofort in Flammen aufging. Das alles passierte in Bruchteilen von Sekunden. Bevor wir überhaupt realisiert hatten, was hier eigentlich passierte, brannte der komplette Tisch. Doch es kam noch besser:
Während wir alle fassungslos um den brennenden Tisch standen, schnappte sich meine Frau ein Glas Wasser vom Nebentisch und schüttete es in die Flammen. Keine gute Idee: Es gab eine riesige Verpuffung als das Wasser verdampfte. Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden, da alle genügend Abstand zum Brandherd hatten. Alles was wir jetzt noch tun konnten, war zuzusehen, wie der Tisch langsam ausbrannte. Und erst als sich das Feuer langsam beruhigt hatte, konnten wir die Flammen mit Decken und Handtüchern ersticken.
Ich kann nur jedem raten, die Gefahren im Umgang mit Kerzen und Teelichtern nicht zu unterschätzen. Da unsere Teelichter sehr nah beieinander standen, hatte sich eine sehr große Hitze entwickelt. Sehr schnell kann es da zu einer Explosion kommen. Meine Recherche im Internet hat ergeben, dass so etwas relativ häufig passiert.
Teelichter sollten niemals in Gruppen oder zum Beispiel in Herzform aufgestellt werden – auch wenn es noch so schön anzusehen ist. Die Gefahr, einen Brand auszulösen, ist viel zu hoch. Und schon gar nicht sollten brennende Kerzen oder Teelichter mit Wasser gelöscht werden. Denn wie bei einem Fettbrand kann es zu einer Verpuffung kommen, bei der man sich böse Verbrennungen oder Verbrühungen zuziehen kann.
Also, immer gut aufpassen, damit ein gemütlicher Geburtstag nicht in einem flammenden Inferno endet.
Beste Grüße!
Rüdiger Hachmann